Dienstag, 14. März 2006

Zeitgeist, Vol. 2 – Der Dondrinen Report

Eins vorweg: »die dondrine« in der Kirchengasse ist ein grundsympathisches Lokal. Alle, die in Wien im Trend sein wollen, sollten mindestens einmal dort gewesen sein. An der Kritik von Zeitgeist Vol. 1 ändert das aber gar nichts.

Wer kennt das Café Einhorn nicht? Bildungslücke! Zwar sind seit der Einrichtung dieses Lokals etwa zwei Erdzeitalter Innenarchitektur relativ spurlos an ihm vorbeigegangen, dennoch ist dieser von nachmittags bis vier Uhr früh zugängliche Ort ein feines Biotop für Querköpfe aller Art Das hat seine Gründe in der Wiener Jazzszene der 1970er, nur würden die jetzt zu weit vom Thema wegführen.

Jedenfalls haben sich ein paar von denen, die im Einhorn arbeiteten, selbständig gemacht und letzten Sommer ein Lokal in der Kirchengasse adaptiert, das früher »Soho 7« hieß. Sie haben einen Teil der schick gemeinten Einrichtung durch freundliches Do-It-Yourself ersetzt und das Ergebnis nach einer Frucht aus der Fernsehreihe »Die Maus auf dem Mars« (war früher als »Betthupferl« im Kinderprogramm) benannt.

Also offensichtlich keine direkte Anlehnung an Berlin? Ich werd mir da noch ein paar Gedanken machen müssen, zum Thema lokale Sprachtradition bzw. wie heißen Lokale in welchen Städten. Und was das Auflegen an allen Ecken und Enden betrifft: Da ist »die dondrine« tatsächlich voll im Trend zum heiteren Dilettieren. Jeder darf und kriegt dafür Freigetränke.

Wenn ein Bekannter/Stammgast ein alternative Promi ist und auch mal mag, umso besser. Die »Sendung ohne Name« am 2. März war sehr fein, das Auflegen nebenbei scheint die Herrn Schreiber und Schalko also auch nicht von ihrer »Hauptarbeit« abzulenken. Über manche TV-Formate muss man aber sagen, dass eins sehr gut sein kann, weitere von den selben Machern deswegen aber nicht zwingend besser oder nur annähernd gleich gut sein müssen.

»Krupetzky« ist deutlich spannender als das Gesundheitsmagazin »Primavera«. Aber auf Dauer sind diese »Wir arrangieren Fundstücke«-Geschichten dann auch nicht interessanter als Gerichtsshows mit originellen Laiendarstellern. »Sendung ohne Name« lebt ja nicht nur vom bunt Gemischten, sondern schon auch einer strukturellen und ästhetischen Dichte und einem solid narrativen Konzept, kombiniert mit dezent aktuellen Bezügen, falls das jemandem was sagt. »Krupetzky« wirkt dagegen wie ein Gymnasiastenprojekt.

Und da wärn wir dann bei Stuckrad-Barre, »Wir sind ja alle so kreativ« und der Tatsache, dass man auch das beste Koks nicht unbegrenzt strecken kann. Mit Clubkultur hat das nichts mehr zu tun, aber der Kollege Elektro Pirate und ich werden vermutlich auch mal einen Termin in der »dondrine« machen.

u-wort

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